Über Umwege zum Ziel

So könnte man die beiden Trainingstage der Skispringer beim Golf Club Reiting am einfachsten zusammenfassen. Komplizierter ausgedrückt ging es darum die Feinmotorik, Ansteuerung und Reizleitung der hoch trainierten Sportler zu verbessern und etwaige versteckte Schwachpunkte im Bewegungsapparat zu entlarven. Unter der Anleitung von Golf-Guru und Ex ÖGV National Coach Jonathan Mannie, sowie dem Mediziner Dr. Robert Kocher verbrachten Stefan Kraft und Co. zwei intensive Tage auf dem Golfplatz. Gemeinsam mit ihrem Betreuerteam konnten sie sich neue Inputs von außen holen. Diese sollen nun ins anlaufende Sprungtraining eingebaut werden.. Zusätzlich vermittelte Robert Kocher dem ÖSV-Team seine Idee von einer optimalen Ernährung im Hochleistungssport.

Golf Pro Mannie und Robert Kocher, als Spezialist für den Bewegungsapparat, analysierten dabei jeden einzelnen Springer gemeinsam mit den ÖSV-Betreuern. Leichte und gröbere Fehler im Golfschwung dienten dabei als Hinweise auf mögliche Reserven, die die Athleten noch nicht optimal ausschöpfen. Zusammen mit den Trainern und Physiotherapeuten wurden dann individuelle Konzepte erarbeitet, um dieses Potential in Zukunft besser zu nutzen und in der weiteren Folge auf das Skispringen zu übertragen.

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Erwartungen mehr als übertroffen

„Wir haben uns viel von diesem Training erhofft, unsere Erwartungen wurden aber noch übertroffen“, freut sich Cheftrainer Heinz Kuttin mit einem Lächeln. “ Golf und Skispringen haben extrem viel gemeinsam. In beiden Sportarten geht es darum mit optimaler Lockerheit und hoher Balance eine hoch komplexe, aber auch explosive Aufgabe in einem kurzen Zeitfenster zu bewältigen.“
Fotonachweis: Fotofreisinger

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Ehrenmitgliedschaft verliehen

Zum Abschluss der beiden Trainingstage überraschte der Clubpräsident Louis Kübeck das ÖSV-Nationalteam mit einem großzügigen Geschenk. Der gesamten Mannschaft wurde die Ehrenmitgliedschaft beim Golf Club Reiting verliehen. Damit soll es den Sportlern in Zukunft noch leichter fallen, vom positiven Transfer zwischen Golf und Skispringen zu profitieren. Eine weitere Überraschung gab es in Person von Thomas Morgenstern, der seine Ex-Kollegen in der Steiermark besuchen kam.
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Statements

Golf Pro Jonathan Mannie: „Ich bin jetzt seit über 30 Jahren im Geschäft, aber ich habe noch nie eine Gruppe erlebt, die so konsequent, fokussiert und harmonisch auf ein Ziel hinarbeitet. Golferisches Potential ist auch vorhanden, wobei diese Entwicklung hier nur zweitrangig war. Aber wenn die Jungs den Ball jetzt besser treffen, dann soll mir das nur recht sein.

Michael Hayböck: „Neben dem Training am Platz haben wir uns hier auch viel mit Ernährung auseinander gesetzt. Im Grunde ist es dabei nicht so wichtig was du isst, sondern wo die Lebensmittel herkommen und wie hochwertig sie sind. Mal sehen ob wir den richtigen Treibstoff für einen erfolgreichen Winter gefunden haben.“

Thomas Diethart: „Wenn ich wirklich ehrlich bin, dann habe ich mir als Nicht-Golfer gedacht: Was soll mir das denn bitte bringen um ein besserer Skispringer zu werden. Diese Meinung muss ich im Nachhinein aber ändern. Ich glaube, dass wir für mich ein paar Ideen gefunden haben, die wir jetzt mit unseren Trainern auf der Schanze ausprobieren können.“

Gregor Schlierenzauer: „Beim Skispringen, wie auch beim Golf entscheidet sich alles in Bruchteilen einer Sekunde. Wenn du mit deiner Bewegung einmal angefangen hast, dann bleibt keine Zeit für irgendwelche Korrekturen. Alles was sich im Kopf abspielt, muss eigentlich davor abgeschlossen sein. Ab dann darfst du es nur mehr laufen lassen.“

Stefan Kraft: „Ich war wirklich überrascht, was ich in den zwei Tagen über meinen Körper erfahren habe. Bei uns geht es ja oft um Kleinigkeiten, aber wenn du da das eine oder andere optimieren kannst, dann kann das schon einen großen Schritte nach vorne bedeuten. Unsere Trainer arbeiten mit uns ohnehin immer auf höchstem Niveau. Manchmal braucht es aber auch einen unvoreingenommenen Blick von außen.“

Andreas Kofler: „Durch meine Verletzungen der Vergangenheit, bin ich schon seit Längerem gezwungen, im Training einen sehr ganzheitlichen Weg zu gehen.

Golf Coach Jonathan hat mich darin bestärkt, denn er arbeitet in einer ganz ähnlichen Art und Weise. Oft sind kontrollierte 80 Prozent eben viel mehr wert als verkrampfte 100 Prozent!“

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